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Krankheit lässt den Wert der Gesundheit erkennen. - Heraklit


Wenn der Nacken schmerzt - So sagen Sie Verspannungen den Kampf an

Verspannungen sind eine Volkskrankheit. Aber wo kommen sie her? Das kann man tun, um sie zu vermeiden und behandeln.

Die meisten von uns kennen vermutlich das Gefühl, am morgen mit Schmerzen im Nacken aufzuwachen und den Hals fast nicht mehr drehen zu können.

Schuld am unschönen Start in den Tag sind oft verspannte Muskeln im Bereich des Halses und des Nackens.

Zwei Arten der Entstehung

«Muskelverspannungen können auf zwei verschiedene Weisen entstehen», erklärt Physiotherapeut Marco Colombo von Physiopraxis. «Zum einen können sie plötzlich auftreten, etwa durch einen Schlag, ein Trauma oder wenn man zu lange im Durchzug gesessen ist. Zum anderen durch eine dauerhafte Fehlbelastung, beispielsweise wenn man viel vor dem Computer sitzt.»

Typischerweise treten Verspannungen im Nacken, Schulterbereich, Rücken, am Gesäss oder in den Waden auf. «Sie kommen vor allem rund um die Körperachse vor», bestätigt Colombo.

Der Nachbar hilft mit

Verspannungen entstehen oft, weil der Körper nicht mehr in der Lage ist, eine Belastung auszuhalten. «Wenn ein Muskel überfordert ist, zum Beispiel durch eine Fehlhaltung, kompensiert das der Körper, indem ein anderer Muskel in der Nähe mithilft. Wie ein guter Nachbar sozusagen», so der Bewegungsexperte.

Der helfende Muskel ist aber eigentlich nicht dafür zuständig. Über einen längeren Zeitraum führt diese Doppelbelastung zu einem Ungleichgewicht, was zur Folge hat, dass sich der Muskel verspannt.

Hauptsymptom Schmerzen

Jeder, der schon mal unter einer Verspannung litt, weiss, was das zur Folge hat. In erster Linie Schmerzen. «Wir dürfen nicht vergessen, die Muskulatur ist unser grösstes Organ», sagt Colombo. «Und Muskeln können richtig schmerzen.» Abgesehen von den Schmerzen können Verspannungen Bewegungseinschränkungen, Kopfweh und Empfindlichkeit der verspannten Stelle auslösen.

Der Physiotherapeut warnt ausserdem: «Wenn man über einen langen Zeitraum nichts dagegen unternimmt, kann das bis hin zu Beschwerden wie frühzeitige Arthrose, Nervenreizungen, Schmerzausstrahlungen oder Empfindungsstörungen führen.»

Schwache Muskeln

Colombo hält fest: «Die allermeisten Menschen bewegen sich zu wenig, deswegen sind ihre Muskeln zu schwach.» Der Experte meint damit nicht zwingend, dass man dreimal in der Woche eine Stunde joggen oder ins Fitness muss – auch wenn natürlich nichts dagegenspricht.

Vielmehr gehe es darum, die Muskulatur, die oft gebraucht wird, spezifisch zu stärken. Hat jemand beispielsweise mit Verspannungen im unteren Rücken zu kämpfen, sollte diese Muskulatur gezielt trainiert werden. «Wichtig ist, dass man Dehnübungen zum Entspannen und Übungen zum Kräftigen macht. Nur dehnen oder nur Kraftübungen reichen nicht», mahnt Colombo.

Konservativ statt Operation

Werden die Schmerzen nach ein paar Tagen nicht bedeutend besser, sollte man eine Fachperson aufsuchen. Colombo rät: «Es braucht nicht immer sofort eine Operation, eine Physiotherapie kann in vielen Fällen helfen.»

Bei wiederkehrenden Verspannungen schaut sich der Experte gemeinsam mit seinen Patienten den Lebensstil an. «Wenn jemand immer wieder Verspannungen hat, heisst das, er belastet sich immer wieder falsch.»

Gewohnheiten ändern

«Oft kann man mit kleinen Anpassungen im Alltag bereits Grosses bewirken», so der Spezialist. «Häufig wird zu früh operiert, obwohl man mit einer Änderung der Gewohnheiten schon Erfolg haben könnte. Und wenn die Gewohnheiten dieselben bleiben, löst eine Operation das Problem auch nicht.»

Zu guter Letzt gibt uns der Experte auf den Weg: «Am besten hilft man sich selber. Der Physiotherapeut kann Inputs zur Veränderung des Lebensstils geben und Übungen vorschlagen, der Rest ist Sache des Patienten. Eine Massage oder ein einmaliger Therapiebesuch reicht nicht aus, um das Problem zu beheben.»

Source: Blick.ch

Source Image: Pixabay