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Krankheit lässt den Wert der Gesundheit erkennen. - Heraklit


Paracetamol, Schmerzmittel mit Dosisgrenze

Nach Ibuprofen ist Paracetamol das zweitliebste Schmerzmittel. 30 bis 60 Minuten nach Einnahme einer Tablette ist die Wirkung am stärksten.

Tabletten gegen Kopfweh und Magenschmerzen, Salben für Brandwunden und Sportverletzungen – eine ordentliche Hausapotheke ist umfassend ausgestattet. Doch was für Wirkstoffe stecken eigentlich in den Medikamenten? Welche Mittel helfen wirklich, was ist umstritten? Und gibt es vielleicht eine gesündere Alternative? Wir werfen regelmäßig einen Blick auf die Mittel im Medizinschrank. Dieses Mal: Paracetamol.

Wie viele haben das zu Hause?

Paracetamol senkt bei Kindern das Fieber, dämpft bei Frauen die Regelschmerzen und hilft gegen Zahn- und Kopfweh. Weil es als Tablette, Zäpfchen, Kapsel, Sirup und Saft die Schmerzen aller Familienmitglieder lindern kann, haben es fast alle zu Hause. In jedem Quartal verwendeten rund 35 Millionen Deutsche rezeptfreie Schmerzmittel, nach Ibuprofen ist Paracetamol das zweitliebste. 2017 generierte es rund 59 Millionen Euro Umsatz.

Wie wirkt das und wie gut?

Ist Gewebe verletzt oder entzündet, schüttet es Prostaglandine aus – eine Art biochemischer Hilfeschrei. Diese Schmerzmediatoren machen Nervenzellen empfindlicher und erhöhen den Sollwert für die Körpertemperatur. Paracetamol hemmt die Bildung der Prostaglandine, was Schmerzempfinden und Fieber herabsetzt. 30 bis 60 Minuten nach Einnahme einer Tablette ist die Wirkung am stärksten und hält vier bis sechs Stunden. Zäpfchen brauchen länger.

Was sind häufige Nebenwirkungen?

Weil sogar Babys Paracetamol bekommen dürfen, erscheint es harmlos. Die Höchstdosis ist jedoch keinesfalls zu ignorieren, weil sonst lebensbedrohliche Komplikationen drohen. Bei korrekter Dosierung vertragen die meisten Paracetamol; Nebenwirkungen wie Leberschäden, Schwellungen, Asthma, Blutgerinnungsstörungen und Hautausschlag sind selten. Leberkranke dürfen Paracetamol nicht nehmen. Seit 2018 muss auf der Verpackung stehen, dass die Selbstmedikation nie länger dauern darf, als in der Packungsbeilage steht.

Was ist die Alternative?

Schmerzmittel mit Ibuprofen, Diclofenac oder Acetylsalicylsäure (ASS) sind ebenfalls ohne Rezept erhältlich. Alle drei wirken stärker gegen Entzündungen als Paracetamol. Die Wahl des Wirkstoffs hängt von der Art der Schmerzen ab – im Zweifel in der Apotheke nachfragen.

Wann sollte man doch zum Arzt gehen?

Schmerz ist eine Sinneswahrnehmung, die zeigt, dass im Körper etwas nicht in Ordnung ist. Bei starken Schmerzen und hohem Fieber muss man einen Arzt aufsuchen. Die Ursache der Beschwerden verschwindet durch Schmerzmittel meist nicht.

Source: Spektrum

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