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Krankheit lässt den Wert der Gesundheit erkennen. - Heraklit


Leukonychia - Wenn Fingernägel sich weißfärben: Was Zink-Mangel mit dem Körper anrichtet

Zink ist ein Mineralstoff, den unser Körper nicht selbst herstellen kann. Deswegen kann es schnell zu Zinkmangel beim Menschen kommen, wenn das lebenswichtige Spurenelement nicht in ausreichendem Maße vorhanden ist. Wir zeigen Ihnen, wie Sie einen Mangel erkennen und ihn vorbeugen können.

Zink ist an zahlreichen Vorgängen im Körper beteiligt und spielt eine erhebliche Rolle als Bestandteil in Enzymen sowie Eiweißen und ihren Reaktionen. Zink gehört deswegen auch zum mengenmäßig bedeutendsten Spurenelement im Menschen. Es ist im Körper unter anderem an Zellwachstum und der Wundheilung beteiligt. Außerdem ist es essentiell für verschiedene Stoffwechselvorgänge, im Immunsystem und bei der Fortpflanzung.

Zink wirkt am Hormonhaushalt mit und sorgt in ausreichender Menge dafür, dass das Immunsystem richtig arbeiten kann. Der Körper eines Menschen enthält 1,5 bis 2,5 g an Zink, er kann nur geringe Mengen des Mineralstoffes speichern. Hauptsächlich wird es mit 70% in Knochen gelagert und in der Haut und den Haaren.

Im Blut hingegen ist kaum Zink enthalten. Es ist also sehr wichtig, Zink über eine ausgewogene, gesunde Ernährung zu sich zu nehmen, um einem möglichen Mangel vorzubeugen.

Empfohlene Menge Zink für den Körper

Die empfohlene Zufuhr für Zink liegt laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei folgenden Referenzwerten pro Tag:

Frauen ab 19 Jahren: zwischen 7 und 10 mg pro Tag
Männer ab 19 Jahren: zwischen 11 und 16 mg pro Tag
Kinder und Jugendliche ab 10 bis 18 Jahren: zwischen 9 bis 14 mg pro Tag
Schwangere: zwischen 7 bis 13 mg pro Tag

Bei stillenden Frauen steigt der Bedarf auf 11 bis 14mg pro Tag abhängig von der Phytatzufuhr der Personen.

Die Werte sind abhängig von der individuellen täglichen Phytatzufuhr. Je mehr Phytat Sie durch Nahrungsmittel am Tag aufnehmen, desto höher muss die Zinkeinnahme sein, damit es entsprechend absorbiert werden kann. Phytat ist eine Form der Phytinsäure in Pflanzen, die verschiedene Mineralstoffe in dieser bindet, die für die Keimung nötig sind. Es kommt vor allem in Saatgut-Lebensmitteln vor, wie in Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide.

Phytat bindet das aufgenommene Zink im Magen-Darm-Trakt des Menschen und hindert somit die Aufnahme. Eine niedrige Phytatzufuhr und damit eine hohe Zinkabsorption erreichen Sie zum Beispiel durch eine Ernährungsweise, bei der Sie eher wenig Vollkornprodukte sowie Hülsenfrüchte zu sich nehmen. Die Proteinquellen sollten allerdings primär tierischer Herkunft sein, heißt es von der DGE.

Mögliche Anzeichen eines Zinkmangels

Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Antriebslosigkeit beziehungsweise eine allgemeine Erschöpfung können Anzeichen eines Zinkmangels sein. Ebenso trockene Augen und Sehstörungen. Weitere häufig auftretende Symptome können Hautprobleme und eine gestörte Wundheilung sein. Wenn Sie zu Akne, schuppiger, sehr trockener Haut oder Entzündungen neigen, sollten Sie das beim Haus- oder Hautarzt abklären lassen. Auch brüchige Haare und Nägel können auf Zinkmangel hindeuten. Leukonychia-Betroffene erkennen das häufig an den weißen Flecken, die sich auf der Nageloberfläche bilden. Wer dauerhaft zu wenig Zink im Körper hat, kann Geschmacks- und Geruchsstörungen bekommen, außerdem eine verminderte Libido oder Potenz sowie Empfängnis aufweisen.

Allerdings ist keines dieser Symptome spezifisch für einen Zinkmangel, es kann auch an anderen Ursachen liegen, die ein Arzt zum Beispiel per Blutuntersuchung feststellen sollte. Sie können aber auch testen, ob sich die Symptome nach einer Zinkgabe vermindern. Wenn ja, wäre es laut DGE ein Nachweis für einen Zinkmangel.

Vor allem bei Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen kann es zu einem Zinkmangel kommen. Die Aufnahme des wichtigen Mineralstoffes kann bei Personen mit Darmkrankheiten oder Unverträglichkeiten gestört sein. Außerdem können verstärkt Vegetarier betroffen sein, da diese Ernährungsformen oftmals eine Aufnahme von höheren Mengen Phytat beinhalten. Das Risiko für einen Zinkmangel ist dadurch erhöht. Die Zinkaufnahme des Körpers ist auch bei Personen mit starkem Alkoholkonsum eingeschränkt. Zink hilft enorm beim Alkoholabbau in der Leber. Generell haben aber auch Leistungssportler und -innen einen höheren Bedarf an Zink. Es baut Milchsäure ab, die sich nach viel Sport in den Muskeln bildet.

Es gibt außerdem einen vererbten Zinkmangel, der vom Arzt festgestellt werden kann und spezifisch behandelt werden sollte.

Nahrungsmittel mit Zink

Eine gesunde, vielfältige Ernährung ist der Schlüssel, um einen Zinkmangel vorzubeugen. Mageres Rinder- und Schweinefleisch, sowie Käse, Milch und Eier sind hervorragende Zinklieferanten. Fische und Meeresfrüchte, wie Austern und Thunfisch, haben viel davon. Zink haben Gemüsesorten wie Spinat und Erbsen. Nüsse, wie z.B. Cashews und Pekannüsse, sorgen ähnlich wie Weizen- oder Roggenkeimlinge für eine Zinkaufnahme über pflanzliche Nahrung. Auch Erdnüsse und Sonnenblumenkerne liefern das lebenswichtige Spurenelement. Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, kann die Lebensmittel keimen, rösten und einweichen. So lässt sich der Phytatgehalt in den Pflanzen senken, was die Zinkzufuhr dann erleichtert.

Zink aus Nahrungsergänzungsmitteln

Zink kann man zusätzlich über Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen. Diese Präparate sind oftmals mit Vitamin C kombiniert. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät aber dazu, die Höchstmenge von 6,5 mg pro Tag bei Nahrungsergänzungen nicht zu überschreiten. In dieser Angabe ist die Zufuhr von Zink über Lebensmittel bereits berücksichtigt. Denn eine zu hohe Zinkzufuhr beeinträchtigt wiederum die Aufnahme von Kupfer in den menschlichen Organismus. Das ist für den Eisenstoffwechsel im Blut wichtig.

Wenn Sie unsicher sind, ob eine zusätzliche Zinkzufuhr über Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll ist, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt darüber. Die Verbraucherzentrale sieht die Nahrungsergänzung mit Zinkpräparaten eher kritisch. Es gebe noch keine ausreichenden Beweise dafür, dass eine erhöhte Zinkaufnahme die Körperfunktionen verbessert und das Immunsystem besser vor Erkältungen schützt.

Source: Focus

Source Image: Freepik