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Studie: Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor von Subarachnoidal­blutungen

Helsinki – Tabakrauchen ist vermutlich eine wichtige Ursache von Subarachnoidal­blutungen, die in den meisten Fällen auf die Ruptur eines intrakraniellen Aneurysmas zurückzuführen sind. Dies ergab die Analyse einer Zwillingsstudie in Stroke (2020; DOI: 10.1161/STROKEAHA.120.031231).

Subarachnoidalblutungen sind in Finnland dreimal so häufig wie in anderen Ländern. Es lag nahe, die Ursachen im Genpool der Bevölkerung zu suchen. Ein geeignetes Instru­ment hierfür sind Zwillingsstudien.

In einer früheren Analyse der Nordic Twin Study kamen Miikka Korja von der Universitäts­klinik Helsinki und Mitarbeiter jedoch zu dem Ergebnis, dass die Heritabilität von (tödlichen) Subarachnoidalblutungen nur bei etwa 41 % liegt, wobei ein 95-%-Konfidenz­intervall von 23,7 bis 55,5 % einen weiten Spielraum für andere mögliche Ursachen offen lässt (Stroke 2010; DOI: 10.1161/STROKEAHA.110.586420).

Die Forscher haben deshalb die Daten der Finnish Twin Study ausgewertet. Die nationale Datenbank enthält Daten zu 32.564 Zwillingen, die vor 1958 geboren wurden und 1974 am Leben waren. Bis Ende 2018 sind dann 120 Personen gestorben. Darunter waren 166 Einzelfälle und 4 Fälle, in denen beide Zwillinge an einer Subarachnoidalblutung starben.

Da die meisten Subarachnoidalblutungen auf die Ruptur von intrakraniellen Aneurysmen zurückzuführen sind, haben die Forscher die Ursachen im Bereich der bekannten kardio­vaskulären Risikofaktoren vermutet. Dazu gehören Rauchen, Hypertonie, Bewegungs­mangel, Übergewicht/Adipositas und Alkoholkonsum.

Auch das Bildungsniveau kann das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen, da bildungsferne Menschen häufiger einen ungesunden Lebensstil haben, der durch die anderen Risikofaktoren nicht komplett abgedeckt wird. Die Teilnehmer der Zwillings­studien waren in früheren Untersuchungen zu diesen Herz-Kreislauf-Risiken befragt worden.

Im Focus der Untersucher stand vor allem die arterielle Hypertonie, da ein unbehandelter hoher Blutdruck die wichtigste Ursache von ischämischen Schlaganfällen ist. Bei der Subarachnoidalblutung scheint der Einfluss aber gering zu sein. Ilari Rautalin von der Universität Helsinki und Mitarbeiter (zu den auch Korja gehört) ermitteln eine Hazard Ratio von nur 1,05, die mit einer Hazard Ratio von 0,61 bis 1,83 nicht signifikant war.

Auch Bewegungsmangel, Adipositas oder ein geringes Bildungsniveau waren nicht mit einem signifikanten Risiko auf eine Subarachnoidalblutung assoziiert. Ein hoher Alkohol­konsum (mehr als 21 Gramm pro Tag) war dagegen mit einem erhöhten Risiko verbunden (Hazard Ratio 2,44; 1,22 bis 4,88). Noch größer war der Einfluss des Rauchens (Hazard Ratio 3,33; 2,24 bis 4,95).

Viele Menschen, die rauchen, trinken auch Alkohol. In einer Analyse, die diesen Umstand berücksichtigt, kommt Rautalin zu dem Ergebnis, dass Rauchen mit einem um den Faktor 7,61 erhöhten Risiko auf eine Subarachnoidalblutung verbunden ist.

Die Assoziation war signifikant. Das 95-%-Konfidenzintervall von 1,68 bis 34,4 zeigt jedoch, dass die Forscher an die Grenzen der Risikoberechnung gestoßen sind. Wenn das Rauchen als Begleitfaktor des Trinkens betrachtet wurde, war der Alkoholkonsum mit einer Hazard Ratio von 2,5 (0,29 bis 21,5) kein unabhängiger Risikofaktor mehr.

Zwillingsstudien können eine Kausalität eher herstellen als andere epidemiologische Studien. Nicht ganz ins Bild passt allerdings, dass der Anteil der Raucher in Finnland niedriger ist als in anderen Ländern. Die Studie kann deshalb die Frage, warum in Finn­land 3 Mal mehr Subarachnoidalblutungen auftreten als in anderen Ländern, nicht beantworten.

Source: Ärzteblatt

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